Woher die Zunehmenden Gesundheitskriesen:

Fred
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Woher die Zunehmenden Gesundheitskriesen:

Beitrag von Fred » 20.03.2020, 22:12

In der Zeitung The World Diplomatique der Interessanter Artikel: "Woher kommt das Coronavirus?" erschienen, der einen klaren Zusammenhang aufzeigt zwischen der Zunehmenden Gesundheitsrisiken und der Ökosystemzerstörung, weil durch zerstörung ihres Habitats viele auf der Suche nach Ausweichlebensräume zunehmend mit Menschen in Kontakt kommen:

Auszüge:

Durch die Zerstörung der Lebensräume droht zahlreichen Arten die Aus­rot­tung,2 darunter auch Heilpflanzen und Tieren, die in unseren Arzneibüchern seit jeher ihren Platz haben. Den überlebenden Arten bleibt nichts anderes übrig, als sich in die reduzierten Lebensräume zurückzuziehen, die ihnen die menschlichen Siedlungen übrig lassen. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie in engen Kontakt mit Menschen kommen, und so können Mikroben, von denen sie besiedelt sind, in unsere Körper gelangen, wo sie sich möglicherweise in tödliche Krankheitserreger verwandeln.

Ebola ist ein gutes Beispiel dafür. Als Ursprung des Virus wurden verschiedene Fledermausarten identifiziert. Eine 2017 durchgeführte Untersuchung hat gezeigt, dass Ausbrüche des Virus häufiger in solchen Gebieten Zentral- und Westafrikas vorkamen, in denen kurz zuvor Wälder in großem Stil gerodet worden waren. Wenn man die Bäume der Fledermäuse fällt, zwingt man sie, auf Bäume in unseren Gärten und auf unseren Farmen auszuweichen.

Wie es dann weitergeht, ist leicht vorstellbar: Ein Mensch beißt in eine Frucht, die von Fledermausspeichel bedeckt ist. Oder jemand tötet eine Fledermaus, die in sein Haus geflogen ist, und kommt dabei mit dem Erreger in Kontakt. So springen viele Viren, die für die Fledermäuse harmlos sind, auf menschliche Populationen über – neben dem Ebola- auch das Nipah-Virus (vorwiegend in Malaysia und Bangladesch) und das Marburg-Virus (in Ostafrika).


Artikel: https://monde-diplomatique.de/!5668094
Verwendete Quelle: 2 Siehe Jonathan Watts, „Habitat loss threatens all our futures, world leaders warned“, The Guardian, London, 17. November 2018.
Zuletzt geändert von Fred am 20.03.2020, 22:23, insgesamt 1-mal geändert.



Fred
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Re: Woher die Zunehmenden Gesundheitskriesen:

Beitrag von Fred » 20.03.2020, 22:17

Weitere Stelle, die schnellstens einstellung der Massentierhaltung nahe legt:

Die vielen Tiere in unserem System der industriellen Fleischproduktion werden, bevor sie im Schlachthof enden, auf engstem Raum zusammengepfercht gehalten: ideale Bedingungen für die Verwandlung von Mikroben in tödliche Krankheitserreger. Wenn beispielsweise Vogelgrippeviren, deren Wirtstiere wildlebende Wasservögel sind, in Geflügelmastbetriebe eindringen, mutieren sie und werden sehr viel gefährlicher als in freier Wildbahn.

Dieser Vorgang erfolgt so zuverlässig, dass er sich im Labor reproduzieren lässt. Ein Stamm des Influenza-A-Virus, H5N1, überträgt sich auch auf den Menschen und tötet über die Hälfte der infizierten Personen. 2014 musste in Nordamerika millionenfach Geflügel gekeult werden, um die Ausbreitung einer anderen Variante von Influenza-A zu stoppen.6



Verwendete Quelle: 6 „What you get when you mix chickens, China and climate change“, The New York Times, 5. Februar 2016. In Deutschland wurde bereits im Frühjahr 2006 massenhaft Geflügel in Zuchtbetrieben gekeult.



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Re: Woher die Zunehmenden Gesundheitskriesen:

Beitrag von Viktualia » 21.03.2020, 16:35

Da passt auch dieser Artikel: "Die Frau, die Coronaviren jagt" Spektrum
Bezieht sich zwar mehr auf das aktuelle Geschehen, aber es wird wohl schon seit einigen Jahrzehnten in dieser Richtung geforscht
und es kommen interessante Zusammenhänge zur Sprache.
Nicht nur medizinische (Zwischenwirte), sondern auf die Veränderungen der Lebensumstände von Mensch und Tier bezogen.
Pandemien durch bislang unbekannte Krankheiten sind rein rechnerisch unvermeidbar. Und die Gründe sind vielfältig. Erstens gibt es immer mehr Menschen, die immer mehr Lebensräume von Wildtieren für sich beanspruchen. Zweitens hat sich die Landnutzung stark geändert. Drittens werden Wild- und Nutztiere rund um den ganzen Globus transportiert – und überhaupt Tierprodukte um die ganze Welt befördert. Viertens hat der weltweite Reiseverkehr stark zugenommen.



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Re: Woher die Zunehmenden Gesundheitskriesen:

Beitrag von Viktualia » 24.03.2020, 20:14

Ich geb zu, dass ist "grenzwertig Koronalastig" aber auch interessant und passt zu den vorigen Artikeln:
Wie die Immunreaktion der Fledermäuse so gefährliche Viren erzeugen kann



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Re: Woher die Zunehmenden Gesundheitskriesen:

Beitrag von Viktualia » 29.03.2020, 20:12

Im Zusammenhang mit dem vorigen Artikel, der Entwicklung der Coronaviren im Turbokreislauf der Fledermäuse,
hier noch ein guter Bericht über die Unsinnigkeit, durch Fiebersenkung die eigene Immunabwehr zu senken:
Fiebersenkung?
Infiziert man in Experimenten bestimmte Wüsten-Eidechsen mit Bakterien – ebenfalls ein klassisches, vor über 40 Jahren zum ersten Mal durchgeführtes Experiment – so suchen diese von sich aus sonnige Plätze auf. Und das, obwohl hier mehr Fressfeinde unterwegs sind. Auf diese Weise erhöhen sie ihre Körpertemperatur um etwa 2 Grad Celsius. Hindert man sie daran, so überleben statt 75% nur 25% der Tiere.[1]. Ähnliche Einbußen im Überleben sind zu beklagen, wenn die Tiere sich zwar frei bewegen dürfen, ihre Körpertemperatur aber medikamentös gesenkt wird.[2]
Zum einen löst die erhöhte Körpertemperatur das typische „Krankheitsverhalten“ (sickness behaviour) aus: Der und die Betroffene wird durch das Fieber müde, appetitlos, das Schmerzempfinden wird gesteigert, der Schlafdrang nimmt zu. Deshalb zieht sich der Patient zurück, schont seine körperlichen Kräfte, isst weniger und spart so insgesamt Energie. Auch schützt das Fieber davor, den Körper zu überlasten oder sich Gefahren auszusetzen. Dieses „sickness behavior“ ist im Tierreich bis hinunter zu den Kaltblütern zu beobachten, es dürfte eine alte evolutionäre Voreinstellung sein.[10]
O.K., ich hab jetzt das zitiert, was den meisten Bezug zu PK hat, aber ich finde den Bericht insgesamt sehr nützlich.
(Den Blog hab ich grade erst gefunden, da schreibt ein gründlich recherchierender Kinderarzt,
es ist auch ein feiner Faktencheck zur "Situation" zu finden.)



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Re: Woher die Zunehmenden Gesundheitskriesen:

Beitrag von Fred » 31.03.2020, 02:22

Ja, es gibt schon viel seltsames, wenn man ansieht, was derzeit so alles passiert. Wobei man auch sehr aufpassen muss, was man dazu schreibt, seitdem es die "Gesetze gegen Fake-News" gibt. Ich bin erst gestern, aus einem Foto-Forum herausgeflogen, wo der Admin verlangte, daß man nur "offiziell" geprüfte Inhalte posten darf. Woraufhin ich sinngemäß geschrieben hatte, daß das ja "Nordkoreanische" Standarts sind. Manfed will ich jetzt nicht in diese Zwckmühle bringen.
Aber die überall Medial verbreitete Vorstellung, wegen der Neuheit des Viruses, seien wir alle hilflos dem Risiko ausgesetzt, daß wir nach der "Infektionstheorie" dann sterben, wenn wir dummerweise infiziert werden, ist schon seltsam wenn man bedenkt, daß Viren Evolutionsgeschichtlich gesehen sehr alte Wesen sind.
Zumal dies ja auch dadurch widerlegt wird, daß bei 80% der Infizierten ein milder Krankheitsverlauf zu beobachten ist, der soweit gehen kann, daß der Betrofene gar keine ausergewöhnliche Symptome wahrnimmt. Ich habe meine Anstrengungen meine Immunabwehr zu stärken jetzt verstärkt. Dazu bediene ich mich dessen, das was die Haus- und Erfahrungsmedizin gegen Gripale-Infekte, also Viren-Infekte so anbietet. Ich finde schon bemerkenswert, daß dies in der öffentlichen Diskussion doch eher ausgeblendet wird.

Zu den Fledermauszellen, ist zu sagen, daß fliegende Lebewesen ihren Organismus immer näher am Limit bewegen wie Landtiere, was auch ein effizientes Imunsystem erfordert. Getestet wurde nur die Abwehrkraft Fleermauszelle gegen Affenzelle. Das Imunsystem besteht aber auch aus anderen Abwehrebenen, die bei Landtieren stärker sein können, als bei Flugtieren. Eine Aussage müsste auch die anderen Abwehrebenen mit einbeziehen. Die Strahlenbelastung in Tschernobil wird vom Gesundheitssystem der Mäuse sehr viel besser vertragen wie bei Vögel zum Beispiel.

Und ja, Fieber sehe ich auch als wichtige Abwehrreaktion. Solange es im normalverträglichen Rahmen bleibt, wundert mich der Griff zu Fibersenker auch, obwohl diese sicher auch lebensrettend sein können, in schweren Fällen. Was ich auch interessantes jetzt gelernt habe, Vögel haben wegen dem höheren Energiedurchsatz Körpertemperaturen nahe der Todesgrenze, in dem Bereich der für uns bereits Fieber ist. Entsprechend ist auch ihr Abwehrsystem auf einem höheren Level.
Von Dr. Rüdiger Dahlke ist die Aussage, daß das Abwehrsystem mit zunehmender Temperatur besser funktioniert. Das ist für mich auch ein Aha, weil Erklätung, haben wir, wenn sich der Körper (partiell) unterkühlte "kalte Füße". Keime hat man überall, auch in sich. Wird einem zu kalt, können sich diese mehr durchsetzen als sonnst, wir bekommen eine Erkältung, obwohl die Erreger schon lange im Körper sind, aber bislang keine Rolle spielen konnten. So mein Verständnis jetzt.



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Re: Woher die Zunehmenden Gesundheitskriesen:

Beitrag von Viktualia » 31.03.2020, 09:07

Das Imunsystem besteht aber auch aus anderen Abwehrebenen, die bei Landtieren stärker sein können, als bei Flugtieren.
Eine Aussage müsste auch die anderen Abwehrebenen mit einbeziehen.
In diesem Sinne möchte ich dann keine Aussage gemacht haben - oder ich müsste über Mittel zum Gurgeln schwurbeln.
(Doch, ganz kurz: hoher Stoffwechsel ist anstrengend, u. Anstrengung macht krank. Darum haben solche Wesen eine bessere Immunabwehr. Fällt für mich eher unter Quantität als Qualität.)
Aber die überall Medial verbreitete Vorstellung, wegen der Neuheit des Viruses, seien wir alle hilflos dem Risiko ausgesetzt, daß wir nach der "Infektionstheorie" dann sterben, wenn wir dummerweise infiziert werden, ist schon seltsam wenn man bedenkt, daß Viren Evolutionsgeschichtlich gesehen sehr alte Wesen sind.
Hab ich so - bei seriösen Quellen - noch nirgends gelesen.
Schon gar nicht das "alle hilflos dem Risiko" der Infektion ausgesetzt seien, i.S. von "wir werden alle sterben".
Viren mögen uralt sein, aber es geht doch darum, dass Menschen einen Verstand besitzen und den grade dringend auf den Unterschied zwischen einem Prozent von 1000 und einem Prozent von ner Million, oder 80 Millionen, richten sollten.
Es geht gar nicht um die "Gefährlichkeit" des neuen Virus (für einen kleinen Prozentsatz der Infizierten), es geht um Mathematik und Zeit.
Aber da möchte ich Bill Mollison zitieren, über Fukuoka:
Und er ist bis heute die einzige Person, die ich kenne, die Zeit bei jedem Aspekt ihres Tuns berücksichtigt
(aus der Überseztzung, die Manfred gestern eingestellt hat Übersetzung Mollison)
Es geht im Moment darum, zu bewahren, was da ist, auch wenn der "Shut down" so von der Masse nicht erlebt wird,
weil die nur auf ihre Gewohnheiten schauen (können/wollen) und weder auf das "wir" (nicht moralisch, statistisch),
noch auf die Zeit/die Möglichkeiten.
Herdenmentalität vs. Herdenimmunität....

Ich wünsche mir sehr,
dass das Corona- Innehalten als Chance für den Klimawandel genommen wird.

(Nach dem Ende des Shut-down, beim "Aufräumen".)
Möglich wäre es, alle anderen Massnahmen sind ja immer, als würde man ein fahrendes Auto reparieren wollen.
(Sorry, Manfred, ich Bitte, das O.T. ausnahmsweise zu gestatten.)



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Re: Woher die Zunehmenden Gesundheitskriesen:

Beitrag von Fred » 31.03.2020, 21:28

Viktualia hat geschrieben:
31.03.2020, 09:07
Aber die überall Medial verbreitete Vorstellung, wegen der Neuheit des Viruses, seien wir alle hilflos dem Risiko ausgesetzt, daß wir nach der "Infektionstheorie" dann sterben, wenn wir dummerweise infiziert werden, ist schon seltsam wenn man bedenkt, daß Viren Evolutionsgeschichtlich gesehen sehr alte Wesen sind.
Hab ich so - bei seriösen Quellen - noch nirgends gelesen.
Schon gar nicht das "alle hilflos dem Risiko" der Infektion ausgesetzt seien, i.S. von "wir werden alle sterben".
So dramatisch nun auch wieder nicht, aber was zumindest im Ländle von sich gegeben wird, geht schon in diese Richtung:
Aus den Nachdenkseiten :
Der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann schwätzt 8 Minuten 22 Sekunden lang im Heute Journal vom 20. März und offenbart dabei nebenbei, dass wir nach seiner Vorstellung so lange quasi eingesperrt werden sollen, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht.



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Re: Woher die Zunehmenden Gesundheitskriesen:

Beitrag von Viktualia » 01.04.2020, 09:31

Fred, wenn es da (im link der Nachdenkseiten) allgemein um die "Zunahme der Gesundheitskrisen" gegangen wäre, könnte man ja eventuell die prohezeite Zunahme von Selbstmorden und häuslicher Gewalt mitzählen - aber diese befürchteten Sterbefälle gehen halt eben nicht auf Konto des Virus´ sondern - "des Systems" oder "der Situation".
Die Massnahmen sind ja, so gesehen, nicht "gegen" etwas, (den Virus, sprich ne Impfung, also direkte Abwehr im betroffenen Individuum)
sonderen für das (mehr oder weniger marode) Gesundheitswesen.
Womit wir, wenn auch sehr indirekt, noch beim Thema wären...

Ich frag mich, warum da nicht zwischen "Idealfall//Normalfall//Notfall" unterschieden wird - ist doch klar, dass einerseits nicht alle (Bürger) gleichzeitig Vernunft annehmen, andererseits aber striktere Sachen nötig sind als bei ner anderen Verwaltungsaufgabe.

Wir sind "hilflos den Massnahmen ausgesetzt" - anscheinend ist das Wissen darüber, dass ein Notfall anders gehandelt werden muss als ein Normalfall, in einer Welt, in der Ausbeutung als Idealfall verkauft wird, Mangelware. So wirkt es jedenfalls auf mich.

Was da grade passiert (dass die Massnahmen nicht als Schutz, sondern als Einschränkung erlebt werden), hat doch eher damit zu tun, dass wir unsere "Freiheit" als das Recht, über die Grenzen der anderen zu trampeln, definiert haben.
Und jetzt müssen wir lernen, dass diese Grenzen zwar eine gewisse Dynamik zulassen, aber nicht einfach weg sind, nur weil wir sie ignorieren wollen.

Für mich definiert sich die "Zunahme der Gesundheitskrisen" durch diese Unfähigkeit, persönliche Freiheit und das "Wir" (die Verbundenheit mit der Welt), als untrennbare Einheit wahr zu nehmen.
"Aus Fehlern lernen" ist für die Masse etwas, das mit Schuld zu tun hat und nicht mit Selbst-erkenntnis, mit persönlichem Wachstum.
Das ist fatal, besonders in Krisenzeiten.
Es ist ungesund.

So was find ich informativer: Stichwort "Letalität". (Joseph Kuhn)
oder diese Kolumne: "Endlich frei!" (Thomas Fischer)



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Re: Woher die Zunehmenden Gesundheitskriesen:

Beitrag von davX » 10.04.2020, 12:13

Ich muss zugeben, das Thema ist interessant.
Gerade was die Fiebersenkung angeht, finde ich es schon erstaunlich, wie wenig viele Leute im Alltag die Zusammenhänge verstehen, ist doch Fieber ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Krankheiten, wenn man das doch wüsste, wieso wollte man unbedingt das Fieber senken?
Fred hat geschrieben: Ja, es gibt schon viel seltsames, wenn man ansieht, was derzeit so alles passiert. Wobei man auch sehr aufpassen muss, was man dazu schreibt, seitdem es die "Gesetze gegen Fake-News" gibt. Ich bin erst gestern, aus einem Foto-Forum herausgeflogen, wo der Admin verlangte, daß man nur "offiziell" geprüfte Inhalte posten darf. Woraufhin ich sinngemäß geschrieben hatte, daß das ja "Nordkoreanische" Standarts sind. Manfed will ich jetzt nicht in diese Zwckmühle bringen.
Ich finde es ehrlich gesagt auch gut, dass man sich Gedanken macht, was man schreibt und wo man was schreibt. Sieht man die Kehrseite der Medallie und was alles an Falschinformationen rausgehauen wird, bin ich mir aber nicht sicher, ob "Gesetze gegen Fake-News" der richtige Weg sind. Letztlich lassen sie sich sowieso nicht vermeiden, aber gerade durch das politisch aufgeheizte Klima, das letztlich auch eine Wahl von Trump, Bolsonaro begünstigte usw. finde ich es richtig, dass Themen wie Faktenchecking und die Stärkung von seriösen Informationen in den Fokus geraten sind und meines Erachtens ist das der richtige Weg. Und ja, ich mache mir keine Illusion, dass es Ansichten immer geben wird, die richtig und legitim sind, die aber vom System als gefährdend betrachtet werden und daher keine Mehrheitsmeinung werden dürfen... die ideale Welt, das ideale System gibt es nicht, damit muss ich mich letztlich abfinden können.
Fred hat geschrieben: Aber die überall Medial verbreitete Vorstellung, wegen der Neuheit des Viruses, seien wir alle hilflos dem Risiko ausgesetzt, daß wir nach der "Infektionstheorie" dann sterben, wenn wir dummerweise infiziert werden, ist schon seltsam wenn man bedenkt, daß Viren Evolutionsgeschichtlich gesehen sehr alte Wesen sind.
Ist dem wirklich so? Meine Wahrnehmung ist anders, nämlich dass wir Angst haben von dem Risiko, dass ein Teil der Leute an diesem Virus stirbt und man möglichst jedes Risiko vermeiden will. Für einen Grossteil der Bevölkerung ist das Virus aus gesundheitlicher Sicht harmlos (indirekte Folgen wie wirtschaftliche, psychische/gesellschaftliche Folgen usw. können dagegen schon einen Einfluss haben), eine kleine, gefährdete Minderheit trifft der Virus aber stark, welche wir schützen wollen, weil das sonst einen starken Einfluss auf die Wirtschaft und Gesellschaft haben könnte. Darum die ganze Übung, dass man proaktiv versucht das Ganze ein bisschen steuern zu können.
Aus der Sicht der Evolution wäre es wohl auch nicht vorgesehen, dass der Mensch so dicht auf dicht leben soll, dass er mit Nutzung moderner Verkehrsmittel die Verbreitung von Epidemien nochmals begünstigt. Egal wie wir es drehen, zeigt das Virus uns, dass wir uns nicht über die Gesetze der Natur erheben können und dass unser Verhalten im Rahmen der Natur und der Ökosysteme geschieht. Die Krise entsteht dadurch, dass sie uns unser Irrglaube spiegelt und uns die Gelegenheit gibt, daraus zu lernen.
Natürlich ist es nochmals etwas anderes, was die Leute und Medien aus den verfügbaren Informationen machen:
Die Boulevardpresse nutzt das natürlich gerne, um ein Killervirus herbeizuschreiben und viele Internetmedien sind mittlerweile ähnlich seriös unterwegs, dass sie unterschwellig gerne diese Emotion transportieren möchten, denn es geht um reisserische Schlagzeilen, Clickbait und möglichst hohe Leserzahlen, was alles einer sachlichen Berichterstattung nicht unbedingt förderlich ist. Aber das das ist ja auch nichts Neues, noch etwas, das jetzt speziell fürs Coronavirus gilt. Seriöse, hochwertige Quellen und Medienfasten kann da wie auch sonst im Alltag helfen für einen gesünderen Umgang mit Informationen, und halt all den Informations-Junkfood möglichst meiden.
Fred hat geschrieben: Ich habe meine Anstrengungen meine Immunabwehr zu stärken jetzt verstärkt. Dazu bediene ich mich dessen, das was die Haus- und Erfahrungsmedizin gegen Gripale-Infekte, also Viren-Infekte so anbietet. Ich finde schon bemerkenswert, daß dies in der öffentlichen Diskussion doch eher ausgeblendet wird.
Das war auch meine Überlegung. Mal sehen was es bringt.
Viktualia hat geschrieben: Ich wünsche mir sehr,
dass das Corona- Innehalten als Chance für den Klimawandel genommen wird.
Das wünsche ich mir auch. Für mich selber kann ich sagen, dass die Krise eine Chance ist. Ich hatte sowieso mich schon vor einem Jahr aus dem Hamsterrad verabschiedet. Das Schöne jetzt ist, dass die ganze Gesellschaft mehr oder weniger still steht, dass plötzlich wieder Menschlichkeit in den Vordergrund rückt und das in einer Zeit in der die Natur erwacht und aufblüht. Ich hab die Natur vor meiner Haustür und den Fluss in Sichtweite, einen Gemeinschaftsgarten vor dem Haus (eigener Garten noch nicht) und auf dem Balkon wächst Vogelmiere, Neuseeländerspinat und Kapuzinerkresse (noch überwintert von letztem Jahr) als Suppen- und Salatbeigabe oder zum roh naschen.
Viktualia hat geschrieben: Fred, wenn es da (im link der Nachdenkseiten) allgemein um die "Zunahme der Gesundheitskrisen" gegangen wäre, könnte man ja eventuell die prohezeite Zunahme von Selbstmorden und häuslicher Gewalt mitzählen - aber diese befürchteten Sterbefälle gehen halt eben nicht auf Konto des Virus´ sondern - "des Systems" oder "der Situation".
Die Massnahmen sind ja, so gesehen, nicht "gegen" etwas, (den Virus, sprich ne Impfung, also direkte Abwehr im betroffenen Individuum)
sonderen für das (mehr oder weniger marode) Gesundheitswesen.
Die häusliche Gewalt dürfte tatsächlich gestiegen sein, zumal Frauenhäuser Zulauf bekamen. Wie es mit der Selbstmordrate aussieht, weiss ich nicht, aber das würde ja eher gegen unser System sprechen, denn wenn es den Leuten gut gehen würde, dann würde die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und Aktivitäten sie wohl kaum in ihren Grundfesten erschüttern können.
Und wenn die Regierungen nichts täten, was gäbe es für Eigendynamiken, zumal bei korrekter Informierung die Leute ja selbst schärfere Massnahmen fordern, wie wir in verschiedenen Ländern schon gesehen haben (Brasilien, USA usw. selbst bei uns in der Schweiz).
Viktualia hat geschrieben: Ich frag mich, warum da nicht zwischen "Idealfall//Normalfall//Notfall" unterschieden wird - ist doch klar, dass einerseits nicht alle (Bürger) gleichzeitig Vernunft annehmen, andererseits aber striktere Sachen nötig sind als bei ner anderen Verwaltungsaufgabe.

Wir sind "hilflos den Massnahmen ausgesetzt" - anscheinend ist das Wissen darüber, dass ein Notfall anders gehandelt werden muss als ein Normalfall, in einer Welt, in der Ausbeutung als Idealfall verkauft wird, Mangelware. So wirkt es jedenfalls auf mich.
Was das "hilflos sein" angeht, kann ich dem auch eine positive Seite abgewinnen, dass sie uns die Möglichkeit gibt daraus zu lernen und zu wachsen. Wir waren bisher so auf unsere materiellen Werte konzentriert und jetzt müssen wir diese einschränken, nicht mehr das, was wir haben, was wir konsumieren und tun zählt, sondern das, was wir sind. Es gibt die Möglichkeit für die persönliche Innenkehr, sich auf innere Werte zu besinnen: was gibt uns halt, wenn alles um uns herum schein zu wanken, von dem wir glaubten, es gäbe uns Sicherheit? Erkennen wir diese Chance und machen wir was daraus? Erkennen wir, dass alles was da draussen ist, uns keine Sicherheit geben kann, dass es die sich immer verändernde Natur ist und dass nur wir in uns selbst uns wirklich Halt geben können?


Es preciso conocer el nombre de las plantas para que podamos salutarlas y ellas nos saluden a nosotros.
-- GOETHE

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